Düstere Wolken am Fliegerhimmel: Finanz- und Wirtschaftskrise schlägt auf Verteidigungsindustrie durch.
"Die Frage muss erlaubt sein: wie sieht das militärische Luftfahrtzentrum in fünf oder zehn Jahren aus – oder gibt es dann nur noch einen kümmerlichen Rest?" Sorgenvoll blickt der neue Betriebsratsvorsitzende Thomas Pretzl am gestrigen Mittwoch bei der Betriebsversammlung in die Zukunft.
Das aktuelle Sparprogramm der Bundesregierung, das für den Verteidigungshaushalt Einsparungen bis zu 9,3 Mrd. vorsieht, könnten den Standort mit voller Härte treffen – "und das in allen Bereichen gleichzeitig!", wie Pretzl betont. Es geht dabei um die geplante Reduzierung der Tornadoflotte, die in Manching gewartet wird, die ausstehende Tranche 3b bei der Eurofighter Serienfertigung und das Zukunftsprojekt Talarion, das im Engineering angesiedelt ist – "wer diesen Giftzettel kennt, dem wird angst und bange!" Das Management sei hier gefordert, alles erdenklich Mögliche zu unternehmen, um die Programme zu gewinnen: "Sichere Arbeitsplätze sind unser oberstes Ziel!"
Bernhard Stiedl, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Ingolstadt und Mitglied des Aufsichtsrats der EADS D GmbH, fand anbetrachts der Lage deutliche Worte: "Wenn die Sparpläne so umgesetzt werden, wie sie jetzt skizziert sind, dann ist zu Guttenberg der Totengräber der militärischen Luftfahrtindustrie!"
In seinem weiteren Bericht ging Thomas Pretzl auf die Ergebnisse der Umfrage zur Mitarbeiterbindung ein und mahnte das Management zu ehrlichen und fairen Reformen auf: "Nur mit einer motivierten Mannschaft können wir die anstehenden Herausforderungen meistern!"
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